Bei schönem Herbstwetter steuerten wir am 19.September auf unsere erste Station zu, nämlich zur Burg Hohenwerfen. Die Burg der Bischöfe zu Füßen des Hochkönigs, wurde 1077 erbaut. Das türmerreiche, von Basteien und Wehrmauern umschlossene Hohenwerfen oberhalb der Salzachenge ist eine der schönstgelegenen Burgen Österreichs. Während der Bauernkriege wurde sie 1526 schwer beschädigt, dann wieder aufgebaut. Die geschlossene Baugestalt der Hochburg mit Kapelle, Fürstenzimmer, Palas, Zwinger, Zeughaus und großem Burghof entstand im 16. Jh. 1931 durch Brand großteils mit wertvollem Inventar zerstört. Nach dem Wiederaufbau diente sie nach dem Zweiten Weltkrieg als Gendarmerieschule und ist heute im Besitz des Landes Salzburg.
Wir schlossen uns einer Burgführung an, wobei die Erklärungen durch spassige Anmerkungen versehen, zur Erheiterung beitragen sollten; das ist jedoch durch die bedauerlich undeutliche Sprechweise des Führers weniger gelungen.
Dann fuhren wir weiter zur Buchbergkirche, die oberhalb von Bischofshofen frei auf einem Bergrücken vor eindrucksvoller Kulisse steht. Die romanischen Mauern stammen aus der Zeit um 1300 wie auch die Fresken an der Außenseite. Sie zeigen die stillende Madonna flankiert von den Kirchenpatronen, dem hl. Primus und seinem Bruder Felizian sowie von den Nothelferinnen Katharina und Margaretha. Eine Besonderheit stellt der marmorne Volksaltar dar, der aus einem riesigen Marmorblock aus der Umgebung hergestellt wurde. Zu Ehren der Gottesmutter und auf Bitten unserer Führerin haben wir in der Kirche gerne gesungen.
Anschließend gings direkt nach Flachau zum traditionsreichen Berggasthof Sattelbauer, der auf einem malerischen Platz auf 1300m oberhalb von Flachau liegt. Er gilt als einer der schönsten Berggasthöfe im Salzburger Land. Dort speisten wir vorzüglich; dazu hat uns der Wirt mit Witz-Salven eingedeckt und erfreut. Zwischenzeitlich hat sich ein Volksliedchor aus der Region eingefunden, der sich im Sonnenschein vor dem Berggasthof niederließ und sogleich zu singen begann; wir haben uns nicht zurückgehalten, da sangen wir gleich dazu.
Dann fuhren wir nach Reitdorf zum Schloss Höch, das seit mehr als 800 Jahren von vergangenen Zeiten erzählt. Unsere Führung begann im Garten vor dem Schloss neben einem 100Jahr alten Mammutbaum, der über das Schloss zu wachen scheint. 1209 wurde Schloss Höch erstmals urkundlich erwähnt. Wohlhabende Gewerken wie derer zu Jocher und adelige Grafen-Familien wie derer zu Plaz prägten den Ansitz über Jahrhunderte. Portale, Säulen, Marmorböden, Holzvertäfelungen, kostbare Kachelöfen aus dem 16. Jh. lassen einen ehrfürchtig erstaunen. Besonders der festliche Salon der Jochers ist beeindruckend. Von hier aus führt ein Prunkportal ins Schlafzimmer, wo auf der Innenseite der Tür der eingravierte Spruch: „Wo ein Wille, da ein Weg“ zu schmunzeln einlädt. Fast wäre das Schloss verloren gegangen, da es von den letzten Nachkommen der Plaz-Familie und vom letzten Privateigentümer A. Rohrmoser, dem Gründer der Atomic-Schifirma, gleichsam dem Verfall ausgesetzt wurde bis es 1999 die Gemeinde Flachau aus der Rohrmoser-Konkursmasse erwerben konnte. Sieben Jahre wurde aufwendig wiederhergestellt, das Dach komplett erneuert und Räume behutsam instand gesetzt. Heute verbindet Schloss Höch Geschichte unbd Kultur auf herzeigbare Weise. Wir lassen die Führung,
insbesondere durch die hingebungsvolle Vermittlung unseres Führers, auf uns wirken und sind beeindruckt von der einzigartigen Atmosphäre.
Eine weitere Station war die Besichtigung der Pfarrkirche Altenmarkt, deren Gründung auf 1270 zurückgeht. Während der Bauernkriege (1526) wurde sie beschädigt. Von 1867-1875 im Sinne der Neugotik durchgreifend restauriert. Der Ruhm der Altenmarkter Kirche ergibt sich durch das gotische Steinbildwerk der „Schönen Madonna“ aus 1393, von einem unbekannten böhmischen Künstler geschaffen. Das ausgewogene Werk strahlt eine hohe Würde und Demut aus. Das Kind hält in der Linken einen Paradiesapfel und mit der Rechten ergreift es den Mantelsaum der Mutter.
Zum Ausklang unseres Ausflugs besuchten wir die 350Jahr alte Oberhofalm bei Filzmoos, die auf 1268m liegt. Dort konnten wir an den Tischen und Hausbänken vor der Hütte im spätsommerlichen Sonnenschein genüsslich jausnen und uns an unserer fröhlichen Stimmung untereinander erfreuen. Wir konnten die landschaftliche Idylle mit dem Rundumblick auf die steinernen mächtigen Bergespitzen bestaunend aufsaugen, dazu spazierten wir dann zur neuen Almkapelle „Maria am Steinegg“, die die Wirtsleute vor zwölf Jahren errichtet haben und die unser Freund Korbinian, der frühere Erzabt von St.Peter eingeweiht hat.
Dieser Tagesausflug war voll ausgefüllt mit ganz unterschiedlichen einprägenden Eindrücken; sie waren begleitet von herrlichen Ausblicken bei Sonnenschein, von harmonischem heiteren Beisammensein, von netten Begegnungen mit Führern sowie mit Wirtsleuten, von zwischendurch immer wieder erklingenden Kärntnerliedern und nicht zuletzt von wohlschmeckenden Speisen und von Durst stillenden Getränken.
Wir sind gut heimgekommen, jeder hatte ein Lächeln im Gesicht und jeder kann eine Menge erzählen.
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